WAZ 18. April 2001

Visitenkarte mit Stil und Charme: Lina nutzte den Töpferkurs um für den Eingangsbereich der elterlichen Wohnung ein farbenprächtiges Türschild anzufertigen.

Schöpfungen aus Ton von der Drehscheibe

Kinder lernen Töpferhandwerk

Fürs Eiersuchen fühlen sie sich ohnehin schon viel zu erwachsen. Da kam für acht Kinder das Angebot, über die Ostertage in der Jugend-Kunst-Schule die alte Kulturtechnik des Töpferns mit rotierender Scheibe zu erlernen, gerade recht.

Nach Herzenslust im feuchten Ton wühlen – das ist so richtig nach dem Geschmack von Alyssa. Als der Workshop „Völlig abgedreht – Töpfern mit der Scheibe“ am vergangenen Montag startete, wusste die Neunjährige sofort, was unter ihren kreativen Händen entstehen sollte: „Eine Spardose in Form eines Osterhasen, so was habe ich mir schon lange gewünscht.“
Auch ihre sieben Kollegen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren waren mit genauen Vorstellungen zu Dirk Wenke gekommen. „Schalen, Töpfe, Teller, Vasen – und viele Tiere“, resümiert der Kursleiter am letzten Workshop-Tag. Besonders die Arbeit mit der rotierenden Töpferscheibe machte den Kindern Spaß, das Zentrieren der Tonmasse und zu verhindern, dass das Material ins Schlingern gerät, verlangte letzte Woche viel Einfühlungsvermögen. Doch die Kids lernten schnell: „Es waren echte Naturtalente dabei“, so Wenke anerkennend.
Über die Feiertage trockenten die kalkweißen Gegenstände, gestern nun wurden Gefäße und Tiere mit bleifreier Glasur, einer Flüssigkeit mit Glaspartikeln und Farbpigmenten, bepinselt. Klare Sache, dass Arno seinen fischenden Indianer im Boot in sattem Rubinrot erstrahlen lässt, einen Gentleman mit Chapeau und Stock dagegen in seriös wirkendem Schwarz abdeckt.
Gegen Mittag treten die zahlreichen Objekte den Weg in den Ofen an. Vier Stunden bei rund 1000 Grad Celsius, „da schmilzt das Glas, die Farbschicht wird homogen und alles steinhart“, sagt Wenke. Wenn alles abgekühlt ist, können die Kinder ihre Schöpfungen abholen. ms

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Bevor die Tonschöpfungen zum Abhärten in den Brennofen kommen, tragen Jens, Felipe (v.l.), Kim, Mareike und Alyssa (v.r.) noch eine Glasurschicht auf. Kursleiter Dirk Wenke (M.) zeigt den Kindern, worauf zu achten ist.
waz-Bilder: Peter Monschau